Ein wenig Geografie gefällig?

Auf Thêl Bor existieren vier zusammenhängende Landmassen: Esra, Ytanien, Orlass und Îrith nebst dazugehörigen Inseln sowie die größere Inselgruppe der Gartellen, die einen eigenen Kontinent bildet.

Im Norden Thêl Bors liegt Ytanien, welches klimatisch die größte Vielfalt besitzt. Die Spitze bildet die eisige Einöde Moskard, eine dauerhaft mit Eis und Schnee bedeckte Region. Moskard ist aufgrund seiner Eisflächen
überwiegend unbewohnt.

Umgeben ist Ytanien im Norden von der Nôrfarh, der nördlichen See. Reisen durch die Nôrfarh sind gefährlich. Heftige Stürme zur Sommerzeit, Eisberge und reißende Strömungen lassen sogar die tellarischen Seefahrer
erschaudern.

Der westliche Teil des Kontinents Esra gilt als die fortschrittlichste und modernste Region auf Thêl Bor. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass sie mit ihrer Lage zwischen Orlass im Süden und Ytanien im Nordwesten beide Einflüsse und Entwicklungen vereint. Hinzu kommt, dass unter der westlichen Nase Esras die Gartellen liegen. Esra wird auf der nordwestlichen Seite von den kalten Winden Ytaniens, die über den Belt von Amin ziehen, beeinflusst. Kühle Temperaturen prägen die Steilküsten. An der Südküste herrschen dagegen wärmere Temperaturen. Besonders extreme Wetterlagen sind auf dem Kontinent eine Seltenheit.

Der westliche Teil Esras wird von einem losen Bund der Provinzen Faith, Tarag, Perum, Tiam und Dollgrum gebildet. Die karsische Herrscherfamilie Dollgrum schaffte es für eine kurze Zeit, die anderen Häuser für sich zu gewinnen (aus einer anderen Sicht sprechen manche hier von Unterdrückung). So bildete sich für knapp einhundert Jahre das kaiserliche Großreich Dollgrum. Nach dem Verfall des Kaiserhauses setzten die Handelsleute nach und nach ihren Einfluss durch. Es gelang der höheren Bürgerschicht ihren Einfluss in die Gründung von parlamentarischen Strukturen münden zu lassen. Sie werden aber nicht gewählt, sondern erhalten ihren Sitz in diesen Parlamenten per Stand, welche die Gesetze verabschieden. Ein weiterer Effekt dieser Parlamente ist ein stabiler und dauerhafter Frieden. Da die Interessen dieser Parlamente eher auf den Erhalt und Ausbau von Handel und Wohlstand liegen und Kriege kontraproduktiv sind, werden Konflikte diplomatisch ausgetragen.

Im Osten bilden Liman, Kassadan und Turman einen Kontrapunkt in Kultur und Gesellschaft zum westlichen Teil Esras, der größer kaum sein könnte. Jedes der drei Gebiete wird von einem Haus regiert. Jedoch sind diese nicht unabhängig, gehören sie doch alle zur Familie der Ayamand und bilden so seit über 120 Jahren das Fundament der Kaiserreich-Dynastie. Die Ayamands sind Falconi, die im Bewusstsein ihres Schöpfers Ventaris keinen Widerspruch zu ihrem Herrschaftsanspruch dulden. Wer ihre Stellung hinterfragt, begeht daher in ihren Augen Gotteslästerung, auf die schwerste Strafen stehen.

Wen es nach Îrith verschlägt, ist entweder auf der Flucht, sucht meditative Ruhe oder die besondere Herausforderung. Denn Îriths Flora ist einzigartig und oftmals spärlich besiedelt die Fauna noch längst nicht vollständig erfasst. Ausgebaute Wege existieren nur zwischen den wichtigsten Städten. Die warme, drückende Luft in den tiefen Wäldern im Westen Îriths wie auch die riesigen, flachen Landschaften der Weite, über die der Wind die Wolkengebilde treibt, verheißen schnelle Wetterwechsel – nur wenige Stunden können gleißendes Sonnenlicht und Sturmregen trennen.

Orlass unterteilt sich in die fünf Regionen Amin, Jaman, Monai, Saalam und Thumai. Erwähnenswert ist zudem noch die im Lyssandrischen Becken liegende Insel Jahim, welche allerdings nicht eigenständig ist, sondern unter der territorialen Herrschaft Monais steht.

Inmitten des Pankorfarh liegen die Gartellen, eine umfangreiche und unübersichtliche Inselgruppe. Unübersichtlich? Nicht für die Bewohner dieses paradiesischen Kleinods. Hier kennen sie sich aus wie in ihrer Westentasche.

Schon immer bedeutete für sie das Leben auf diesen Inseln auch ein Leben mit den extremen Wetterlagen von lauer See mit sengender Sonne bis zu den stürmischen Nächten und meterhohen Wellen, die an die Küsten branden. Die Gartelli sind darauf bestens eingestellt. Die Umwelt prägt natürlich auch die Grundzüge des gartellischen Charakters. Raubeinig und sperrig, mit einem Hang zum makabren Humor und nicht unbedingt zimperlich im Umgang mit ihrem Gegenüber gelten die Bewohner bei vielen als ungemütliche Zeitgenossen. Lernt man sie aber näher kennen und akzeptiert ihre Eigenheiten, so kann man hier Freunde finden, die mit einem durch Dick und Dünn gehen.