Die Beons

„Hast du meinen Wolf gesehen?“ – wenn eine Beon so fragt, meint sie dies wörtlich! Denn die Beons sind Gestaltenwandler. Mächtig und imposante Geschöpfe mit einem erstaunlich freundlichen Wesen. Doch wenn es sein muss, sie in Gefahr sind oder auf der Jagd, wechseln sie in ihre zweite Haut. In welches Geschöpf sie sich verwandeln, bestimmt sich bei ihrer Geburt. So können sie sich in einen Bären, einen Luchs, einen Wolf verwandeln.

Das Aussehen

Zumeist triffst du die Beons in ihrer ursprünglichen Gestalt an, in der sie wie zu groß geratene Menschen aussehen. Ihre Haarfarbe ist überwiegend rötlich bis rostbraun, selten auch mal blond. Ihre Augen strahlen in einem kalten blaugrau oder stahlblau, die von buschigen Augenbrauen beschattet werden. Mit 2,10 und 2,40 Meter Körpergröße und ihrem Gewicht zwischen 100 und 150 Kilo sind sie weder zu übersehen, noch zu unterschätzen. Da ihnen bei der Gestaltenwandlung ihr Gewicht und Größe erhalten bleiben, wirkt ein Luchs oder Wolf mit im Durchschnitt 130 Kg Kampfgewicht sehr imposant, während der Bär im Vergleich völlig natürlich wirkt.

Bleibende körperliche Schäden und Merkmale wie Narben, Tätowierungen oder gar Amputationen bleiben auch in der jeweils anderen Gestalt erhalten. Da Beons bis zu 800 Jahre alt werden können, sind Narben und körperliche Beeinträchtigungen im späten Lebensalter keine Seltenheit.
Traditionell tragen Beons einen Kilt, also einen Rock aus festem bunt gewebtem Leinen oder aus Baumwolle. Da sie recht Kälte unempfindlich sind, tragen sie diesen Kilt auch im Winter. Feste kniehohe Stiefel und ein vorne zugebundenes Leinenhemd ergänzen diese praktische Bekleidung. Sie ermöglicht ihnen nämlich ein Abstreifen der Kleidung beim Gestaltenwandel.

Die Gesellschaft

Familie und Gemeinschaft wird unter den Beons als einer der wichtigsten Werte hochgehalten. Der Zusammenhalt einer Sippe ist nur durch sehr wenige Dinge zu stören. Die Gastfreundschaft der Beons ist ebenso berühmt. Wer als Wanderer zu später Stunde an die Tür einer Behausung eines Beons klopft, darf mit einem guten Mahl und einer sicheren Unterkunft bis zum nächsten Morgen rechnen. Freundschaften halten unter Beons, aber auch zwischen Beons und anderen Rassen ewig, sofern die Werte und die Ehre unangetastet werden.

Insgesamt gibt es einen Wertekanon, der von allen Beons anerkannt und gelebt wird. Diesem Wertekanon schwören die Beons im Alter von 26 Jahren, dem Übergang von Kindheit zur Jugend, einen Eid. Wer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, kann je nach Schwere des Vergehens als „Ohne Familie“ gebrandmarkt werden. Ein solcher Beon darf seine Ansiedlung nicht mehr betreten und nicht mehr in Kontakt mit seiner Familie treten. Aus dieser Situation rettet ihn dann nur noch die „große Wallfahrt“.

Sofern Beons in ländlichen Regionen unter sich siedeln, bauen sie zumeist eine typische Siedlung aus Reed gedeckten Langhäusern. In diesen integrieren sich sowohl die Stallungen des Zuchtviehs, die Halle mit dem Zentralfeuer als auch abgetrennte Schlafgemache. Üblich bilden zehn bis zwölf Beons eine Familie. Die Ansiedlung bilden mehrere Sippen mit jeweils fünf bis sieben Familien. Treibt es Beons dann doch mal in die großen Städte, so versuchen sie dort ebenfalls Gruppen und Familien ähnliche Strukturen zu bilden. Dies führte in verschiedenen Städten zu gänzlich durch Beons bewohnten Stadtteilen.

In einer Ehe zwischen Beons gibt es keine unterschiedlichen Rollen, beide sind gleichberechtigt und nehmen die Pflichten gemeinsam war, ob es nun um Jagd, Erziehung oder Haushalt geht.

Der Wertekanon

Alle Beons legen im Alter von 26 Jahren einen Eid aus auf den Wertekanon ab. Das Ablegen ist für alle Beons eines der größten Feste ihres Lebens und in jeder Ansiedlung das freudigste Fest, dass sie im Jahr feiern. Die Vorbereitungen dauern zumeist zwei Wochen. Es wird gejagt, den Göttern geopfert und ein starkes Honigbier gebraut. Zumeist ziehen Gaukler und Fahrende Künstler von Ansiedlung zu Ansiedlung und bringen neben Gedicht und Gesang vor allem auch Neuigkeiten aus allen Herren Ländern mit.

Die Grundsätze eines jeden Beons sollten lauten:
Die Familie ist dein höchstes Gut.
Beschütze und ehre deine Sippe.
Betrachte jeden Beon als deinen Bruder oder deine Schwester.
Gewähre allen Friedliebenden Gastfreundschaft.
Gebe deinem Gott, was sein ist.
Kämpfe ehrenhaft ohne Hinterlist.
Erziehe deine Kinder im Sinne dieses Kanons.
Führe einmal im Leben die große Wallfahrt durch.

Die große Wallfahrt

Die große Wallfahrt der Beons beinhaltet den Besuch der sieben größten heiligen Stätten desjenigen Gottes, in dessen Manifestationstier der Beon sich verwandeln kann. Es kann also der Gott von Gerechtigkeit und Wohlstand (Wolf), der Gott von Krieg und Frieden (Bär) oder der Gott von Weisheit und Schutz (Luchs) sein, dem der Beon seine Wallfahrt widmet. Es gibt zwei Auslöser für eine große Wallfahrt. Zum einen soll jeder Beon einmal im Leben eine große Wallfahrt durchführen. Auf der anderen Seite sind es die Büßer, die durch die große Wallfahrt wieder in die Gemeinschaft der Beons aufgenommen werden wollen. Diese Wallfahrt führt die Beons quer durch alle Kontinente und Länder und muss innerhalb von 20 Monaten vollendet werden. An jedem Heiligen Ort wird dem Beon ein besonderes Zeichen in den Oberarm tätowiert, als Kennung, dass er diesen Ort besucht hat.

Sprache

Die von den Beons gesprochene Beo-Tik ist eine durch Kehllaute geprägte Sprache. Als Schrift verwenden sie eine Art Keilschrift. Trotz ihrer körperlichen Mächtigkeit ist es immer wieder überraschend, wie filigran ihre Sprache ist, gerade in der Beschreibung von Natur und Umwelt.

In der Tierform sind die Beons allerdings nicht in der Lage, sich in ihrer regulären Sprache zu unterhalten. In dieser Form benutzen sie die dem Tier entsprechende Körpersprache und die Tierlaute. Damit sind zwar nicht alle Informationen übermittelbar, aber zumindest untereinander ist diese Sprache ausreichend. Sie verstehen aber auch in der Tierform die normale Sprache und können lesen, sofern ihnen dies in der ursprünglichen Form auch möglich ist.

Glaube

Die Beons glauben überwiegend an den Gott, in dessen Manifestation sie sich verwandeln können. Ihnen huldigen sie ein Leben lang. Insbesondere deren Gedenktage und an besonderen Festen sehen die Beons die Opfergabe als zwingend für ihr eigenes Seelenheil an.

Im Kampf

Beons sind geborene Nahkämpfer, allein ihre Masse und die daraus resultierende Kampfkraft ist durch keine andere Rasse zu erreichen. Hinzu kommt ein sekundenschneller Wechsel zwischen ihren Formen, den ihnen das Nachsetzen oder aber die Flucht aus dem direkten Zweikampf ermöglicht.

Die bevorzugten Waffen sind daher der einarmig geführte Kriegshammer mit Schild und andere stumpfe und dadurch breiten Schaden anrichtende Waffen. Auch gegen Strukturen wie Türen, Tore oder Schutzwälle gibt es nichts Besseres als einen wütenden Beon – außer gleich mehrere. Allerdings sind Beons nicht ohne weiteres in einen Kampf zu verwickeln. Ihr Wertekanon verbietet ihnen einen Kampf des Kampfes wegen. Vielmehr sind sie geborene Verteidiger.

Besondere Fertigkeiten

In seiner Tiergestalt erhalten Beons entsprechend ihrer Gestalt weitere Fertigkeiten:

BärWaffenloser Kampf +2
Lachsfischen (GS) +1
Aufbäumen (CH) +2
WolfErhöhtes Riechen um +3
Hetzjagd (AU) +3
Waffenloser Kampf +1
LuchsErhöhtes Hören um +3
Waffenloser Kampf +1
Balancieren +1
Klettern +1